Der Einstieg zur Höhle

Frankreich bleibt für Deutschlands Höhlentaucher einfach die nächstgelegene und beste Adresse um diesem außergewöhnlichen Hobby nachzugehen. Auch in diesem Jahr haben wir (Claudia, Nils und unsere beiden niederländischen Freunde Ingrid und Frank) uns wieder auf den Weg gemacht, um diese sehr schöne Gegend ausgiebig zu betauchen.

Wie immer steht zu Beginn die anstrengende Anfahrt auf dem Programm, 1000 km mit einem bis unter die Dachkante voll geladenen Auto sind schon eine Nummer. Nach ca. 11 h „dienstlicher Reisezeit“ waren wir an unserem Ferienhaus angekommen. Simon und Martin, die Besitzer der alten Mühle hießen uns wie immer herzlich willkommen. Sie waren mit den Reinigungsarbeiten gerade rechtzeitig fertig, so dass einem Entladen unserer Klamotten nichts mehr im Wege stand. Direkt danach hieß es den beiden nächstgelegenen Höhlen Ressel und Landenouse erstmal schnell einen Besuch abstatten. Der Flow in der Ressel war von außen betrachtet sehr gering. Die Landenouse hatte einen recht niedrigen Wasserstand und wäre ebenfalls eine gute Alternative. Das ließ auf gute Tauchbedingungen hoffen und unserer Plan stand fest: Zunächst die Landenouse erkunden.

 

Am ersten Tauchtag ging‘s um 8:30 Uhr gemütlich los; aufstehen, frühstücken, Auto packen und um 10:00 Uhr standen Nils und ich an der Landenouse, völlig unerwartet – völlig alleine. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes in der Zisterne beschlossen wir, den mitgebrachten Flaschenzug zu installieren. Damit lässt sich das Equipment deutlich kraftsparender zum Einstieg bringen. Nach einer weiteren Stunde war auch schon unser Equipment am Einstieg platziert.

Da Höhlentauchen mit sehr konservativer Luftplanung einhergeht, standen uns trotz mit 240 bar voll gefülltem Doppel 12 jeweils nur 40 bar für den Hinweg zur Verfügung. Bei einer durchschnittlichen Tiefe von 10 m bedeutet das grob 300 m Eindringtiefe. Die Landenouse hat gleich zu Beginn eine kleine Restriktion und fällt auf -14 m ab, kurz danach öffnet sie sich Schachtartig. Von ihrem Profil gleicht sich einer Achterbahn. Ständige Wechsel nach links und rechts sowie rauf und runter. Bei etwa 300 m ähnelt der Gangverlauf einem Korkenzieher. Es macht wirklich Spaß hier zu tauchen. Die Sicht war jedoch nicht so gut wie erhofft, aber mit ca. 10 m immer noch gut.

Nach etwa einer Stunde Tauchzeit waren wir wieder am Eingang angekommen. Aufgrund des guten Wetters beschlossen Nils und ich, die Oberflächenpause in der Zisterne zu verbringen. Nach einer halben Stunde war uns beiden jedoch so kalt, dass wir uns zu einem weiteren Tauchgang startklar machten. Dieses mal wollte ich die mitgebrachte Kamera ausprobieren und so spielten wir etwas im Schacht.

Leider stellte sich im Nachhinein heraus, dass es besser ist, das Display der Kamera zu montieren und etwas kürzere Akkustandzeit in Kauf zu nehmen, als die Ausleuchtung "grob" einzustellen. Somit hatten wir zwar ein paar Viedoaufnahmen, die jedoch unbrauchbar waren. Nur gut, dass ich das Display eingepackt habe. So kann es bei den weiteren Tauchgängen eingesetzt werden.

Zurück am Haus trafen wir auf weitere Höhlentaucher, die in der Rüssel tauchen waren. Sie berichteten von schlechter Sicht im Einstiegsbereich. Daher beschlossen wir, am nächsten Tag ohne Kamera dort zu tauchen. Wie erwartet war die Sicht im Eingangsbereich schlecht. Weniger als 10 cm Sicht zwingt einen bereits im Fluss der Leine zu folgen um den Eingang überhaupt zu sehen! Direkt vor dem Eingang waren es dann allerdings doch geschätzte 3 m Sicht und je weiter man eindrang, wurde die Sicht besser. Die Ressel ist mit ihrem hellen Gestein, das in großen länglichen Brocken von der Decke gefallen ist immer wieder beeindruckend. Wer das einmal gesehen hat, erkennt den Eingangsbereich der Höhle auf jedem Foto direkt wieder. Nachdem man den Eingangsbereich passiert hat, muss man sich nach ca. 180 m entscheiden, ob man links dem flachen Gang auf -10 m oder nach rechts dem Gang auf -18 m folgen möchte. Beide Gänge haben ihren eigenen Reiz! Während der flache Gang eher Tunnelähnlich ist, weist der tiefere Gang mit einer schönen Galerie aus Steinformationen auf. Beide Gänge treffen bei ca. 300 m aufeinander. Leider fällt der Gang bei ca. 350 m steil auf -50 m ab. Damit bleibt es mit unserem Gas (Nitrox 32 %) nur bei einem wehmütigen aber spektakulären Blick in die Tiefe.

Am nächsten Tag wollten wir unserer Lehrhöhle, der Trou Madame, einen Besuch abstatten. War sie zu unseren Kurszeiten immer voller Wasser, zeigte sie sich dieses mal von einer ganz anderen Seite. Das Wasser war so niedrig, dass das Flussbett wohl eher als Rinnsal bezeichnet werden durfte. Kurzerhand tauften wir sie in "True Bitch" um! Dort wo wir damals Brusttief im Wasser gestanden hatten um unsere Briefings zu machen, war von Wasser weit und breit keine Spur. Mit unseren Backuplampen ausgestattet mussten wir sicher 100 m tief in die Höhle eindringen um auf Wasser zu stoßen. Am Wasser angekommen war uns klar: Das wird ein anstrengender Tag! Mitten im Wald gelegen kommt schon ein bisschen "Indianer Jones" Feeling auf.

In mehreren Etappen brachten wir das Tauchequipment zum Wasser. Als wäre das alleine nicht schon anstrebend genug, beglückte uns das Wetter mit 40 Grad Außentemperatur! Wir waren also schon durch und durch nass geschwitzt bevor wir überhaupt im Wasser waren. Nach etwa 2 Stunden Plackerei in glühender Hitze waren wir endlich Tauchbereit und unsere Mission lautete: So weit wie möglich "exploren". 50 bar standen zur Verfügung - 700 m Strecke sind es geworden. Durch den sehr niedrigen Wasserstand, ergaben sich einige Auftauchstellen die sonst vollkommen mit Wasser gefüllt sind. Einen Mitschnitt von diesem Tauchgang könnt Ihr hier sehen:

 

Dive the Trou Madame from Verhamme on Vimeo.

Da uns dieser sehr anstrengende Tag so gut gefallen hat, beschlossen wir, das noch mal zu wiederholen! Sicherlich wird der ein oder andere Denken, dass wir verrückt sein müssen. Und ja, vermutlich habt ihr recht! Aber Höhlentauchen bedeutet eben auch bisschen Arbeit und nicht immer nur "Easy going"! Planschen kann man ja im heimischen Baggersee.

Nach ein paar Tagen Erholung mit weiteren Tauchgängen in der Ressel und der Landenouse ging es in der zweiten Woche noch mal zur True Bitch. Auch dieses Mal sind wir voll auf unsere Kosten gekommen. Es bleibt festzuhalten: Frankreich ist eine Reise wert - auch für Nichttaucher! Beeindruckende Landschaften und Trockenhöhlen warten darauf erkundet zu werden. Außerdem sollte man sich den Rotwein und die wirklich leckere französische Küche nicht entgehen lassen.

Wir werden sicherlich wieder kommen. Bis dahin genießen wir die Fotos und träumen von den Höhlen.

LG Frank

 

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